Buchtip: Gestalten mit Licht und Schatten

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Heute mal was neues, denn ich hab einen Buchtip für euch. Dabei geht es um das Buch „Gestalten mit Licht und Schatten“ von Oliver Rausch. In diesem Buch geht es hauptsächlich darum Licht und seine Eigenschaften zu verstehen und diese für die Fotografie zu nutzen. Ich hatte mir das Buch auf der Fotokina dieses Jahr besorgt und ich muss sagen es hat mich positiv überrascht. Ich habe inzwischen schon ein paar Bücher über Fotografie gelesen und irgendwann stellt sich ein Zustand ein, in dem man mehr wissen will. Leider sind viele Bücher auf Anfänger zugeschnitten und konnten diesen „Durst“ nicht mehr befriedigen. Für den Anfang jedem zu empfehlen aber irgendwann muss es mehr sein. Und dann kommt dieses Buch daher und schlägt genau in der Kerbe.

Oliver Rausch ist selber Mitgründer der Fotoakademie Köln und dieses Buch ist quasi aus einer seiner Vortragsreihen hervorgegangen. Daher ist es nicht verwunderlich, das das Buch selber sehr Theoretisch ist und nicht gerade mal so nebenbei zu lesen ist. Hier wird im Detail auf die grundlegende Lichttheorie eingegangen und jede Eigenschaft des Lichtes auseinandergenommen. Was in vielen Bücher, Tutorials und so weiter nur grob angerissen wird und für das leichte Verständnis aufbereitet oder simplifiziert wird wird hier genau erläutert und an vielen Beispielen erklärt. Der Autor versteht sich gut darin, gerade am Anfang des Buches, sehr umfangreich alle Fragen zu Licht seiner Ausbreitung, Reflexionseigenschaften und so weiter zu beantworten. Immer wieder kam es zu einem „aha“-Effekt, wenn sich auf einmal Dinge erklärten, die ich mich immer schonmal gefragt hatte. Da ich eine Person bin, die gerne verstehen will was hinter den Effekten steckt, habe ich hier endlich ein Werkzeug in der Hand was mir dieses Wissen vermittelt und mit einigen Mythen, Fehlglauben und Wissenslücken aufräumt.

Das Buch hat eine gut erkennbare Struktur. Zuerst werden die Grundlegenden Hauptlicharten (Seitenlicht, Rembrandlicht und Hochfrontales Licht) erklärt und anhand dieser Schritt für Schritt weitergegangen über Aufhellung, Gegenlicht, Gruppenportraits bis hin zu Komplexen Settings. Bei jedem Schritt wird ausführlich auf die Grenzen, Vorteile und Nachteile eingegangen und alle Möglichkeiten durchgesprochen. Dabei werden selten Methoden „verboten“ sondern ehr auf ihre spezielle Einsatzzwecke hingewiesen. Falls sich doch mal Fragen auftun sollten wurden diese oft schon im nächsten Absatz erklärt. Jedem der oben erwähnten Schritte ist ein eigenes Kapitel gewidmet. Diese werden von Beispielbildern (meistens von seinen Studenten) aufgelockert, welche aufgrund des gerade gelernten analysiert werden. Beim ersten durchblättern hat es mich gestört, das auf fast jeder Seite das gleiche Model zu sehen ist, die zur Veranschaulichung der Lichtsetzung eingesetzt wird. Im Nachhinein ist dies aber sehr gut, da dadurch eine Konsistenz erzeugt wird und die Setups über das gesamte Bucht vergleichbar werden.

Einen kleinen Kritikpunkt gibt es dann leider doch. Gegen Ende wurde mir der Detailgrad etwas zu grob. Ab und zu hätte man in den letzten Kapiteln ein paar mehr Beispielbilder gewünscht. Außerdem fehlten mir noch zwei Kapitel, die auf die Thematiken „Personen in Landschaften“ und „Ganzkörperportraits“ eingehen. Der eigentliche Clou des Buches, der viele Fäden zusammenlaufen lässt wird fast beiläufig in den Beispielen nach dem letzten Kapitel erwähnt. Nämlich wie man die Ausleuchtung von ganzen Körpern angeht. Dazu hätte ich mir die beiden oben erwähnten Kapitel gewünscht.

 

Alles in allem aber ein sehr gelungenes Buch, das ich jedem ans Herz legen will. Dies ist definitiv kein Buch für den Neuling. Aber einiges der Wenigen, die ich bis jetzt gesehen habe, die dem Anspruch von Ambitionierten oder Profis gerecht wird.