Stop-Motion Filme mit Photoshop

In diesem Beitrag wollte ich mal etwas über Stop-Motion Filme erzählen. Da ich mich etwas mit diesem Thema beschäftigt habe, um einen Zeitraffer zu erstellen, dachte ich mir es währe sinnvoll daraus gleich ein kleines Tutorial zu machen.

Die Idee des Zeitraffers war den Sonnenaufgang aus meinem Hotelzimmer in Atlanta ein zu fangen. Daher stellt sich erstmal die Frage, wie man die Bilder am besten aufnimmt. Da ich jetzt keine Lust hatte alle 2 Minuten auf den Auslöser zu drücken, hab ich mir ein Programm heruntergeladen, das diese Aufgabe für mich erledigt und bin lieber nochmal ins Bett gegangen 😉

Doch nun zum Aufbau. Erstmal ist es wichtig die Kamera auf eine stabile Unterlage zu legen (bei mir die Fensterbank) oder am besten ein Stativ zu nutzen, da die Kamera nach Beginn der Aufnahmen nicht mehr verwackeln darf. Außerdem sollte man alle technischen Hilfsmittel abschalten (Autofokus, Bildstabilisator) und zusätzlich auch Blende manuell wählen. Überlässt man der Kamera die Wahl der Parameter, kann es passieren, das die Bilder unterschiedlich aussehen. Ich habe mit der Belichtungsautomatik und automatischem Weißabgleich fotografiert, da sich die Helligkeit während des Sonnenaufgangs änderte. Falls ihr bei gleichbleibender Beleuchtung fotografiert, sollte auch diese Parameter manuell voreingestellt werden.

Um die Kamera taktgenau auszulösen, habe ich ein kleines Tool verwendet, das ich auf meinem Laptop installiert habe. Über USB kann so die Kamera ferngesteuert werden. Natürlich funktionieren auch programmierbare Fernauslöser, aber die kosten zusätzlich und ich hatte gerade keinen dabei :-). In meinem Fall hab ich DCamCapture verwendet, das auch gleich die Bilder auf dem Laptop zur Beurteilung speichert. Noch kurz den Timer konfiguriert (alle 2 Min eine Aufnahme für 2 Stunden) und schon kann man die Kamera in ruhe arbeiten lassen. Im nachherein, währe es übrigens besser gewesen, jede Minute ein Foto zu machen, da das Video dann noch flüssiger läuft.

Wieder zu Hause hieß es nun aus den ca. 70 Einzeldateien einen Film zu machen. Wenn man Photoshop zur Hand hat, zeigt dieses Video recht gut, wie es funktioniert.

Leider war es natürlich nicht so einfach, wie dort beschrieben. Ich musste nach dem Laden der Bilder das ganze Projekt massiv verkleinern, da mein Rechner nicht mit der großen Auflösung der Bilder zurechtkam. Über Bild -> Bildgröße hab ich eine Auflösung von 1280×845 gewählt, was einer HD Auflösung sehr nahe kommt, aber bei meinen Bildern das Seitenverhältnis nicht zerstört.

Sollte es beim Aufnehmen der Bilder doch zu leichten verwacklern kommen bietet es sich an vor dem Erstellen der Animation die Bilder aneinander auszurichten. Zum Glück liefert Photoshop dafür direkt eine Funktion mit. Hier ist eine Beschreibung, die ich gefunden habe:

http://help.adobe.com/de_DE/Photoshop/10.0/help.html?content=WS9ADF1895-A714-4f73-B91C-3A83ED225A77.html

Sind die Bilder nun ausgerichtet und die Animation wie im Video erstellt, kann es ans Rendern gehen. Dabei hab ich noch ein Problem festgestellt, das im Video nicht behandelt wird. Beim erstem Rendern des Videos fiel auf, das die Qualität inakzeptabel schlecht war. Nach langen Rumprobieren, ist mir aufgefallen, das die Datenrate bei manchen Dateiformaten auf eine viel zu kleinen Wert für die angestrebte Auflösung war. Dieser Wert schraubt die Qualität des exportierten Videos automatisch herunter, je nachdem für welche Verbindung es ausgelegt werden soll. Ich hab den Wert einfach mal auf 1000 kBit/s hochgesetzt, das funktionierte für mich recht gut. Und das Video war somit fertig.

Das fertige Video sieht dann so aus:

Ein weiteres Video zum Thema Stop-Motion, ist dieses. Es zeigt nochmal den ganzen Prozess und nutzt außerdem ein anderes Tool, um das Video zu rendern. Also auf jeden fall für alle die interessant, die kein Photoshop haben, da das Tool Freeware ist.

Ich hoffe mein erstes kleines Tutorial hat gefallen.

Viel Spaß beim Nachmachen…